Waldbröl. "Et chitt Rähn", diese
"Wettervorhersage" des "Rähnewellem" aus
vergangenen Zeiten hat auch heute noch manchmal Gültigkeit. Es
ist wie verhext. Zumindest mit leichten Schauern kann man an
manchen Markttagen rechnen. Schuld daran ist der
"Rähnewellem" der als Krammarktbesucher in
Waldbröl im 19. Jahrhundert regelmäßig auftauchte.
Mit seinem freundlichen Altmännergesicht trat das spätere
Original als Wetterfrosch auf und hatte eine höhere
Trefferquote als manch ein Meteorologe heute. Die älteren
Waldbröler können sich aber auch noch an den
"Köhwellem" und den "Hallscheds-wellem"
erinnern. Der "Köhwellem" hatte der
Überlieferung nach einen stieren etwas schiefen Blick und den
unvermeidlichen Treiberstecken. Trotz seines düsteren
Erscheinungsbildes war er ein harmloser älterer Mann der
Jahraus und Jahrein getreulich sein Vieh auf den Markt trieb. Der
dritte im Bunde stammt aus Rosbacher Raum. Wilhelm Hallscheid,
genannt "Hallscheds-wellem". Er war klein von Gestalt und
zeichnete sich durch einen wüsten Vollbart aus. Wenn Rosbacher
Spaßmacher ihm eine Polizeidienermütze aufsetzten und ihm
einen Säbel umschnallten, wuchs er über sich hinaus und
fühlte sich als kommandierender Viehgeneral. Erinnerungen an
die gute alte Gründerzeit hat auf dem Vieh- und Krammarkt auch
heute noch seine Gültigkeit. Ein wenig Romantik kommt trotz
des modernen Geschäftstreiben auf. Mit Vieh wird immer noch
gehandelt: Schweine, Ziegen oder Schafe, aber auch Kaninchen und
das liebe Federvieh darf auch nicht fehlen. Ob indische Laufenten
oder die "Weihnachtsgans", fast alle sind auf dem Markt
vertreten. Aber auch andere Waren kann man erwerben auf einem der
größten Vieh- und Krammärkte in
Nordrhein-Westfaheln. Wie in frühren Zeiten können die
Marktbesucher alles finden, was im Haus und auf dem Hof gebraucht
wird. Von Gewürzen, über Blumen, Gemüsepflanzen,
Obst und Sachen die man erst braucht, wenn man sie sieht. Man
begegnet Marktschreiern wie auf dem Hamburger Fischmarkt und
natürlich alten Freunden und Bekannten sowei vielen
Gästen aus der weiteren Umgebung. Das Schwätzchen auf dem
Viehmarkt hat eine lange Tradition. Gegründet wurde der
Viehmarkt 1851 von Landrat Oscar Danzier. Und obwohl der Vieh- und
Krammarkt in Waldbröl, eine Stadt im Oberbergischen
Süden, schon 150 Jahre auf dem Buckel hat, ist er so
interessant und erlebnisreich wie eh und je. Der Markt findet alle
14 Tage, jeweils donnerstags von 7 bis etwa um 13 Uhr, statt. Das
nächste Mal am 27. Januar. (im)
Ein Markt für "Alles" und "Jeden"
Seit 150 Jahren auch ein Handelsmittelpunkt der Viehhändler
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