(vd). Den Namen Jacobi verbindet man in Köln mit dem gleichnamigen Modehaus, das sich auch heute noch in Familienbesitz befindet. Rolf Jacobi führte das Textilunternehmen dabei in der zweiten Generation 40 Jahre lang mit seinem Bruder Dr. Hans-Günther Jacobi.
Rolf Jacobi hat sich aber seit rund 50 Jahren einer weiteren Leidenschaft verschrieben, nämlich mechanische Musikinstrumente aller Art: Walzenspieldosen, Musikgeräte, die mittels Blech- und Pappplatten unzählige Musikstücke abspielen, Flötenuhren, Drehorgeln, automatische Klaviere und vieles mehr. Seine Sammelleidenschaft, die er mit seiner Ehefrau Heidi teilte, weckte dabei ein Geschenk seiner Mutter:?"Sie schenkte mir eine kleine Polyphon-Blechplattenspieldose, ein mechanisches Wunderwerk. Das war meine erste Spieldose, und es sollte nicht die letzte bleiben", schmunzelt Rolf Jacobi. Die Augen des 80-Jährigen beginnen sofort zu leuchten, wenn er von der Sammlung erzählt. Und sein Wissen rund um die Geschichte der mechanischen Instrumente scheint schier unerschöpflich zu sein. Von den Anfängen des Schweizer Uhrmachers Antoine Favre 1796, "der Stahlkämme als Tonquelle für seine Walzenspieldosen nutzte", bis hin zu ausgeklügelten Systemen, die mittels Luftdruck oder Luftsog Klaviertasten, Glocken und mehr zum Spielen bringen, Rolf Jacobi kennt unzählige Details und Anekdoten. Diese gab er seit vielen Jahren an Ingenieur Rainer Scharl weiter, der jeden letzten Sonntag im Monat Besuchergruppen zwischen 11 und 15 Uhr durch die Jacobi-Sammlung führt. Diese umfasst inzwischen über 350 perfekt restaurierte Exponate, von denen nahezu alle spielbereit sind. Musik ertönt dabei aus detailverliebten Uhren, Häuschen, Dosen, Spielgeräten und sogar Tischen und Stühlen. Die Faszination dieser mechanischen wie musikalischen Wunderwerke überträgt sich dabei in kürzester Zeit auf den Besucher dieser außergewöhnlichen Privatsammlung. Kein Wunder, schließlich hat das Ehepaar Jacobi viel "Zeit, Liebe und Geld" in diese Ausstellung investiert. Zum begeisterten Kreis der staunenden Bewunderer zählten unter anderem schon Joachim Kardinal Meisner oder Oberbürgermeister Jürgen Roters. "Am Anfang haben damals noch alle gesagt, 'Du spinnst'. Ich habe aber immer weiter gesammelt und auch von Freunden, zum Teil aus weit entfernten Ländern, Spielgeräte erhalten. Zahlreiche Sammlerstücke mussten dabei zunächst von Spezialisten aus den Ursprungsländern der jeweiligen Geräte restauriert werden", berichtet Rolf Jacobi. Da war es unter anderem von Vorteil, dass seine Frau gebürtige Schweizerin ist und dort viele Kontakte pflegte. Nach und nach bauten die Jacobis ein weit reichendes Netzwerk auf, das auch heute noch zahlreiche Experten und Sammler aus aller Welt für Anfragen an Rolf Jacobi nutzen. Wer einmal für wenige Stunden in die musikalische Zeit vor dem Radio eintauchen und sich auf unglaubliche Weise verzaubern lassen möchte, sollte den Jacobis einen Besuch abstatten: "Unsere Sammlung zeigen wir Interessierten sehr gerne, am besten in Gruppen bis zu zwölf Personen, nach Vereinbarung auch zu anderen Terminen als dem letzten Sonntag im Monat", erklären Heidi und Rolf Jacobi. Die Sammlung Jacobi ist in der Linnicher Straße 52-54a zu sehen. Nähere Informationen und Anmeldungen von Gruppenführungen bei Rainer Scharl unter Telefon 02151/ 802332 oder 0171/ 8792089 sowie per Mail an scharl@sammlung-jacobi.de Weitere Informationen im Internet unter www.sammlung-jacobi.de zu erfahren.


