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"Steppenkrieger" erobern LVR-LandesMuseum Bonn

Ausstellung über die Reiternomaden des 7. - 14. Jahrhundert aus der Mongolei

Bonn (SF/rth). Den zugleich bewunderten und gefürchteten Reiterkriegern aus der Mongolei widmet das LVR-LandesMuseum Bonn vom 26. Januar bis 29. April 2012 die Sonderausstellung "Steppenkrieger. Reiternomaden des 7. - 14. Jahrhunderts aus der Mongolei". Erstmals können anhand einzigartiger Objekte Bewaffnung, Ausrüstung und Kleidung der Nomaden präsentiert werden. Anhand der Objekte gelingt ein tiefer Einblick in das Leben der Steppennomaden und damit in eine kulturelle Welt, die immer wieder die mitteleuropäische Geschichte maßgeblich beeinflusst hat.
Die Ausstellung zeigt ungewöhnlich gut erhaltene, bis zu 1.300 Jahre alte Objekte, die in den letzten Jahren in sogenannten Felsspaltengräbern in der Westmongolei entdeckt wurden, und die die das bisherige Wissen schlagartig erweitert haben. Dank des trockenen und kalten Klimas haben sich vergängliche Materialien wie Holz, Textilien, Federn, Tierhäute und Metalle exzellent erhalten. Reflexbögen, Köcher, Pfeile mit Befiederung und Reitzeug, aber auch Kleidungsstücke - darunter der älteste erhaltene Filzkaftan - und das älteste Saiteninstrument der Mongolei, eine Pferdekopfharfe, zeigen das Leben der eurasischen Steppenkrieger in bisher nicht gekannter Weise.

Die 2005 und 2010 geborgenen Felsgrabinventare wurden - dank des großen Vertrauens des Instituts für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaften - schwerpunktmäßig in den Werkstätten des LVR-LandesMuseums Bonn analysiert und restauriert. Anhand der Analysen konnten neue Erkenntnisse über die handwerklichen Leistungen und das enorme technologische Wissen der Reiternomaden gewonnen werden. Diese Ergebnisse fließen ebenfalls in die Ausstellung ein: So wurden erstmalig mehrere Reflexbögen aus verschiedenen Jahrhunderten in ihrem komplexen Aufbau untersucht, um hinter das Geheimnis dieser, bis zur Einführung des Gewehrs, überlegenen Waffe zu kommen. Die Ergebnisse sind in einen Nachbau eingeflossen, der erprobt wurde und dessen Alltagstauglichkeit selbst bei widrigen Wetterverhältnissen tief beeindruckt.

Die handwerklichen Leistungen und das enorme technologische Wissen der Reiternomaden konnten umfassend erforscht werden. Detaillierte naturwissenschaftliche und technologische Analysen an den Objekten bringen bisher kaum bekannte Aspekte der reiternomadischen Kultur ans Licht.
Die nie zuvor gezeigten Artefakte, eigens angefertigte Lebensbilder und Nachbauten durch professionelle Bogenbauer, Schmiede- und Holzfachleute machen die Ausstellung zu einer aufregenden Entdeckungsreise in die Weiten der eurasischen Steppen. Zwei vollständig eingerichtete Jurte laden jung und alt zum Eintauchen in die Lebenswelt der Reiternomaden ein.
Möglich wurde die Ausstellung aufgrund des Vertrauensvorschusses der mongolischen Seite die sensationellen Funde zur Untersuchung und Bearbeitung mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Ulan Bator nach Bonn bringen zu dürfen. Dank der maßgeblichen Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung konnten die Objekte mit modernsten Verfahren umfassend dokumentiert, analysiert, konserviert und restauriert werden, so dass ihr langfristiger Erhalt als bedeutendes kulturelles Erbe der Mongolei nun gesichert ist.

Steppenkrieger - Reiternomaden des 7. bis 14. Jahrhunderts aus der Mongolei
LVR-LandesMuseum Bonn zeigt Ausstellung vom 26. Januar bis 29. April 2012 unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung / in Zusammenarbeit mit der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und dem Institut für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaften / Gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung


Größe der Ausstellung: ca. 410qm
über 100 Objekte
Zwei Jurten, eine mit 18 qm Fläche, 380 kg schwer und eine mit 28 qm Fläche, die 440 kg schwer ist, sind sowohl innerhalb der Ausstellung als auch vor dem Museum zu besichtigen..
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Primus-Verlag. Er kostet im Museumsshop 19,90 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

 

Öffnungszeiten des LVR-LandesMuseums, Colmantstraße, Bonn:

Di-Fr, So 11-18 Uhr, Sa 13-18 Uhr, Mo geschlossen.

An allen Oster- und Pfingsttagen geöffnet

 

Eintritt: Erwachsene 8 Euro/ermäßigt oder in Gruppe 6 Euro

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

Familientageskarte 12 Euro

Führungen 45 Euro

Führung in historischer Kleidung 60 Euro

Schülerführungen 26 Euro

Audioguide zur Sonderausstellung 1 Euro

Buchungen und Anmeldungen über kulturinfo rheinland Tel.: 022349921555,

info@kulturinfo-rheinland.de (Mo - Fr 8 - 18 Uhr, Sa/So/Feirtage 10 - 15 Uhr)

Karten auch über Bonn Ticket und angeschlossene VVK-Stellen, 0228502010

www.landesmuseum-bonn.lvr.de

 

Es gibt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit speziellen Kindernachmittagen, Kinder"Uni", Führungen, Vorträgen, Kino und Bogenbaukursen sowie Theaterkurs mit dem Theater Marabu sowie Gesangskursen und noch vieles mehr. Alle Informationen sind in einem Flyer aufgeführt und auch im Internet unter www.steppenkrieger.info 

Letzte Änderung: Mittwoch, 25.01.2012 15:33 Uhr

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